Lage und äußerer Eindruck
Die Kathedrale liegt jenseits der Halbwegsfestung, einer hohen Hängebrücke und eines größeren Friedhofs. Das Bauwerk ist monumental und gotisch geprägt, mit hohen Fenstern, zahllosen Steinverzierungen und einer Fassade, die im Vergleich zur Umgebung erstaunlich intakt wirkt. Teile des Gebäudes sind jedoch in den Boden beziehungsweise Morast eingesunken.
Direkt vor der Kathedrale wächst Hexenschilf in erheblich größerer Menge als an der Halbwegsfestung.
Haupttor und Seiteneingang
Das mindestens etwa zehn Meter hohe Haupttor besteht aus massiver Eiche. Der Schlüssel aus der Kapelle passt in das kleine Messingschloss und setzt einen schweren Mechanismus in den Wänden in Bewegung. Das Tor öffnet sich trotzdem nur wenige Zentimeter, weil auf der Innenseite hoch oben ein gewaltiger Querbalken liegt.
Die Gruppe umrundet deshalb das Gebäude durch tiefen Schlick und findet einen teilweise versunkenen Seiteneingang. Pianwig drückt die Tür gegen den von innen drängenden Morast auf.
Seitenkammer
Hinter dem Seiteneingang liegt eine geistliche Vorbereitungskammer mit Regalen, Büchern, Messgegenständen und goldfarbenen Gefäßen. Dort greift ein uralter ausgemergelter Untoter mit einem etwa zwei Meter hohen fünfarmigen Metallkerzenständer an. Pianwig entreißt ihm den Ständer, schleudert den nahezu gewichtslosen Körper gegen den Türrahmen und behält den Kerzenständer anschließend.
Kirchenschiff und Morast
Das eigentliche Kirchenschiff ist gewaltig. Die Decke liegt ungefähr vierzig Meter hoch; goldene Ketten laufen zu riesigen Kronleuchtern mit zahlreichen Kerzen zusammen. Fresken und Verzierungen stehen im scharfen Kontrast zum Boden: Das gesamte Kirchenschiff ist von dickem Schmodder überzogen, in dem selbst frühere Kirchenbänke teilweise versunken sind.
Der Morast verhält sich nicht wie gewöhnlicher Schlamm. Im Kampf gegen Horace hebt er den Ritter mehrfach an und versetzt ihn. Eine harte beziehungsweise knorpelige Verdickung greift nach Hybris’ Hufen. Am Sessionende brechen gewaltige Arme und Zähne hervor; ein riesiger Mund erscheint direkt aus dem Schmodder und verschlingt Gmor.
Es ist keine sichtbare Spalte im Boden bekannt. Eine in den Rohnotes erwähnte mögliche „große Spalte unter der Kathedrale“ ist redaktionell nicht als In-Character-Wissen bestätigt.
Taufbecken und Weihwasser
In der Nähe des Altarbereichs steht ein massives marmorernes Taufbecken, das noch reichlich Wasser enthält. Das Wasser wird in dieser Situation auch Weihwasser genannt. Hybris füllt den alten Lederschlauch damit und probiert selbst eine kleine Menge; bei ihm zeigt sich ohne bestehende Umbra-Wunde keine erkennbare prophylaktische Wirkung.
Rose, Faelyn und Söckchen trinken davon. Die schwarzen Adern ihrer Umbra-Wunden verblassen, und alle drei werden vollständig geheilt. Damit bestätigt sich praktisch: Hexenschilf-Tee lindert, das Taufbeckenwasser heilt den Umbra-Kuss vollständig.
Altar und Aldrich-Foliant
Hinter dem massiven Altar zeigen halbkreisförmige Kratzspuren, dass der Steinblock verschoben werden kann. Die Gruppe bewegt ihn wegen des zu erwartenden Lärms nicht.
Vor dem Altar knien drei verfallene Geistliche. Rose tötet den linken, Hybris den rechten; Pianwig erschlägt den mittleren nach dessen Schrei und Ausweichrolle mit dem großen Kerzenständer. Auf dem Altar liegt ein gewöhnlicher Dolch auf einem großen Lederfolianten. Pianwig nimmt den Dolch, Hybris liest das Buch.
Der Name Aldrich steht nicht im Text, doch aus dem In-Lore-Kontext ist eindeutig, dass der Foliant von Aldrich dem Götterfresser handelt. Er beschreibt ihn als maßlos und kaum wiederzuerkennen, berichtet von einem täglich steigenden Appetit, bezeichnet seinen Körper als eine seine Imposanz einschränkende Hülle und fordert, er müsse „befreit“ werden.
Gmor
Im hinteren Kirchenschiff liegt zunächst ein riesiger schlafender „Klumpen“. Aus der Nähe zeigt sich ein riesenhafter humanoider, stark muskulöser und zugleich unförmig-klumpiger Körper mit einer Art Metallkäfig am Kopf. Die Unterseite ist dünner und verletzt wirkend. Faelyns nach dem Wendigo-Loot noch stinkende Hand weckt das Wesen.
Es nennt sich Gmor und stellt damit klar, dass es nicht Aldrich ist. Auf die Frage nach Aldrich sagt Gmor: „Aldrich ist unter mir.“ Auf die Nachfrage folgt: „Er ist überall.“ Wenig später wird Gmor von dem gewaltigen Mund aus dem Schmodder verschlungen.
Horace
Ein schwarz gerüsteter Ritter greift Faelyn und Rose an. Pianwig nimmt ihm im Kampf den Helm ab. Das Gesicht darunter ist bereits seit mehreren Tagen tot. Rüstung und der markante halbkugelförmige Helm stimmen mit Siegwards Kohlezeichnung überein; die Gruppe identifiziert den Gegner deshalb als Horace, Anris vermissten Gefährten.
Horace ist am Sessionende noch nicht besiegt. Der Morast versetzt ihn mehrfach, er kämpft mit einer großen schwarzen Klinge und Wurfdolchen. Rose setzt seinen Umhang und seine Haare in Brand; Hybris trifft ihn schwer und stößt ihn in einen brennenden Wandteppich. Horace wirft den brennenden Umhang ab und kämpft weiter.
Verbindung zu Aldrich
Dass die Kathedrale mit Aldrich verbunden ist, gilt nach Session 6 als wesentlich stärker belegt als zuvor. Ungeklärt bleibt jedoch, wie Aldrich dort existiert. Gmors Aussagen, der Foliant und der aktiv reagierende Schmodder deuten auf eine ungewöhnliche Existenzform hin, ohne sie eindeutig zu erklären.
Offene Fragen
- Was bedeutet „Aldrich ist unter mir“ und „Er ist überall“?
- Ist der gewaltige Mund Aldrich selbst, ein Teil von Aldrich oder etwas anderes?
- Welche Beziehung besteht zwischen Aldrich und dem reagierenden Schmodder?
- Was meint der Foliant mit Aldrichs Körper als einschränkender Hülle und seiner notwendigen „Befreiung“?
- Was befindet sich hinter oder unter dem verschiebbaren Altar?
- Was ist Gmor und was geschieht nach seinem Verschlungenwerden mit ihm?
